Energieausweis, Grundbuch & Co.: Welche Unterlagen Sie für einen reibungslosen Verkauf wirklich brauchen

Licht und Schatten

Nicht der Preis sorgt beim Immobilienverkauf am häufigsten für Verzögerungen. Es sind fehlende Unterlagen – dabei lässt sich das mit ein wenig Vorlauf leicht vermeiden.

Der Energieausweis liegt nicht vor, der Grundbuchauszug ist zehn Jahre alt, oder niemand weiß mehr genau, wo die Baupläne aus den Neunzigern abgeblieben sind. Verständlich, schließlich beschäftigt man sich mit solchen Dokumenten normalerweise nicht regelmäßig – ein Haus kauft oder erbt man in der Regel einmal, nicht alle paar Jahre. Nur: Genau an dieser Stelle entstehen die meisten spürbaren Verzögerungen im Verkaufsprozess, oft erst dann, wenn ein Kaufinteressent bereits überzeugt ist und plötzlich alles ins Stocken gerät.

Die Basis: Energieausweis und Grundbuchauszug

Ein gültiger Energieausweis ist gesetzlich vorgeschrieben und muss spätestens bei der Besichtigung vorliegen – wer ihn nicht rechtzeitig besorgt, riskiert nicht nur Ärger mit interessierten Käufern, sondern theoretisch auch ein Bußgeld. Die gute Nachricht: Er lässt sich relativ unkompliziert nachträglich erstellen, je nach Immobilie entweder als einfacherer Verbrauchsausweis oder als etwas aufwendigeren Bedarfsausweis, der den energetischen Zustand des Gebäudes genauer abbildet.

Der aktuelle Grundbuchauszug ist mindestens genauso wichtig. Er gibt Auskunft über die genauen Eigentumsverhältnisse und über mögliche Belastungen wie Grundschulden, Hypotheken oder Wegerechte Dritter. Für seriöse Kaufinteressenten – und deren finanzierende Banken – ist er ohnehin einer der allerersten Punkte, die geprüft werden, bevor überhaupt ernsthaft weiterverhandelt wird. Wer ihn frühzeitig besorgt, statt erst auf konkrete Nachfrage zu reagieren, erspart sich später unnötige Wartezeiten mitten im eigentlich schon fortgeschrittenen Verkaufsprozess.

Was bei Eigentumswohnungen zusätzlich gebraucht wird

Bei Eigentumswohnungen kommen typischerweise noch einige weitere Dokumente dazu: die Protokolle der letzten Eigentümerversammlungen, die Teilungserklärung sowie aktuelle Informationen zur Höhe der Instandhaltungsrücklage. Das sind Themen, die Kaufinteressenten inzwischen zunehmend genau hinterfragen, gerade wenn in den letzten Jahren größere Sanierungen am Gemeinschaftseigentum anstanden oder in naher Zukunft noch anstehen – etwa eine neue Heizungsanlage fürs ganze Haus oder eine Fassadensanierung. Wer hier vorbereitet ist, wirkt automatisch seriöser und schafft Vertrauen, noch bevor eine kritische Frage überhaupt gestellt wird.

Was viele zusätzlich unterschätzen: Auch Grundrisse, alte Baugenehmigungen oder Nachweise über durchgeführte Modernisierungen wie eine neue Heizung, ein neues Dach oder eine gedämmte Fassade können den Verkauf spürbar beschleunigen. Sie belegen schwarz auf weiß, was sonst nur behauptet werden könnte, und nehmen Kaufinteressenten damit ein Stück Unsicherheit. Je vollständiger die Unterlagenmappe zu Beginn des Verkaufsprozesses ist, desto reibungsloser läuft in der Regel alles Weitere – vom ersten Exposé über die Finanzierungszusage der Bank bis zum eigentlichen Notartermin, an dem plötzlich fehlende Papiere für die größte, aber vermeidbarste Verzögerung sorgen können.


Gute Vorbereitung ist der unsichtbarste Teil eines guten Verkaufs

Kaum jemand bedankt sich am Ende eines Verkaufs für einen vollständigen Aktenordner – und genau das ist das Ziel. Wenn Unterlagen einfach da sind, wenn sie gebraucht werden, fällt niemandem auf, wie viel Reibung dadurch verschwindet. Erst wenn etwas fehlt, wird sichtbar, wie viel eine gute Vorbereitung eigentlich wert war.

Sind Ihre Unterlagen vollständig, oder wissen Sie gerade gar nicht genau, was Sie überhaupt schon besitzen? Wir stellen für unsere Kunden ohnehin eine komplette, individuell abgestimmte Checkliste zusammen und unterstützen aktiv bei der Beschaffung fehlender Dokumente, damit genau dieser Teil des Verkaufs keine Überraschungen mehr bereithält.

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